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Sie kämpfen gegen Eis und Schnee – Quelle: https://www.svz.de/19264586 ©2018

Plau am See, den 07.03.2018

Von Boizenburg bis Plau, von Crivitz bis Gadebusch – wenn der Tag gerade mal zwei, drei Stunden alt ist, dann klingelt für die Männer vom Winterdienst der Wecker. Dann legen sie los, die Frühaufsteher, um Eis und Schnee von den Straßen und Gehwegen zu räumen, damit alle anderen später nicht ins Rutschen kommen.

Rund drei Stunden lang ist Fred Richter vom Bauhof Sternberg an einem Morgen nach dem Schneefall unterwegs, um rund 20 Kilometer Gehwege in der Kommune begehbar zu machen. Zwischen fünf und halb sechs am Morgen startet seine Tour. „Das frühe Aufstehen stört mich nicht“, sagt Richter. Alle Straßen und Gehwege müssen in der Woche bis acht Uhr und am Wochenende bis neun Uhr frei sein, erklärt Bauhofchef Dietmar Merseburger. Danach richtet sich der Arbeitsbeginn. Bis 7 Uhr müssen sämtliche Bushaltestellen in den Sternberger Ortsteilen frei geräumt sein. Ein Kollege mit dieser Aufgabe ist morgens als erster unterwegs. In der vergangenen Woche gab es eine besondere Herausforderung, als die Grippe im Bauhof zugeschlagen hatte. Sechs Kollegen waren ausgefallen. Auf den Schultern von nur einem Trio ruhte der ganze Winterdienst.

In Plau am See nebst Ortsteilen sorgen acht Bauhofmitarbeiter und ein Lohnunternehmen für freie Straßen. Die Zuwegung zur Klinik und die Rettungswege haben Vorrang. Dann kommen Schulen, Kindergärten, Bushaltestellen, Straßen und Bürgersteige. Roland Tackmann, stellvertretender Leiter des Bauhofes, rechnet, dass es so um die 250 Kilometer sind, die die Plauer Truppe beackert. Im Bedarfsfall, ab 2 Uhr morgens das Lohnunternehmen, gegen 5 Uhr ist dann die Bauhof-Mannschaft im Einsatz. „Wir sind sparsam, hatten noch Streugut aus dem Vorjahr. Die Lager sind voll“, so Tackmann.

 

Das Wetter immer im Blick hat derzeit Ulf Wernicke, Leiter des städtischen Bauhofes in Grabow. So ist das im Winter. Wenn Schnee- und Eisglätte angekündigt sind, dann sind sechs Mann früh morgens im Einsatz, um die Straßen und Wege zu räumen. „Von 4 Uhr an waren wir Montag im Einsatz. Bis 9 Uhr waren wir durch“, sagt Ulf Wernicke. Seit November 2016 ist der junge Mann beim Bauhof als Leiter beschäftigt. So viele vereiste Winter hat er in Grabow noch nicht erlebt. Sein Kollege Jürgen Schönborn dagegen schon. „Eigentlich haben wir jedes Jahr mit Schnee und Eis zu tun. Mal mehr, mal weniger“, sagt der 55-Jährige. Für die Winterperiode 2017/18 hat der Grabower Bauhof gut 48 Tonnen Salz gelagert. Bereits im Sommer geordert. „Davon haben wir bislang 35 Tonnen verbraucht“, erklärt Ulf Wernicke.

Wenn sich andere noch einmal in ihren Betten umdrehen, ist auch Maik Fentens längst auf den Beinen. Der 36-jährige Schweriner kämpft auf den Kreisstraßen Nordwestmecklenburgs gegen Eis und Schnee an – mit einem 290 PS-starken Streu- und Räumfahrzeug. Gegen 2 Uhr starten er und seine Kollegen ihre Touren und schwärmen sternförmig von Grevesmühlen aus. Schon jetzt fuhren sie mehr Einsätze als im vergangenen Winter. Und die eingelagerte Streusalzmenge war bereits einmal bis auf eine fünftägige Sicherheitsreserve aufgebraucht und musste nachbestellt werden.

Vorsicht, Glätte! Am vergangenen Montag waren der Crivitzer Bauhof-Chef Gerhard Molzahn und seine Kollegen schon vom Wetterdienst vorgewarnt worden. „Wir saßen gegen 4.30 Uhr gemeinsam beim Frühstück, als die ersten Tropfen vom Himmel fielen“, so Molzahn. Das Wasser gefror – und ab ging es zum Streuen auf die Straßen. Noch bis zum Wochenende rechnet Molzahn mit Schneeregen. „Danach gehen wir auch nachts von Plusgraden aus“, sagt Molzahn.

– Quelle: https://www.svz.de/19264586 ©2018