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Treffpunkt: Montags im Jugendclub – Quelle: https://www.svz.de/19553446 ©2018

Plau am See, den 13.04.2018

Beim Werben um Nachwuchs tut sich der Fanfarenzug Plau am See schwer. „Wahrscheinlich, weil wir werbungstechnisch bisher eher gekleckert als geklotzt haben.“ Diana Daugelat zieht sich den Schuh an. Der andere passt Carola Rohde. „Das muss besser werden“, sind sich die Beiden einig. Seit zwölf Jahren sind sie ein Team. Sie organisieren das wöchentliche Training im KiJuZ, stellen die Musikprogramme zusammen, sie managen die Auftritte ihrer Truppe, vereinbaren die „Gage“…

Als der Fanfarenzug 2002 gegründet wurde, zählte er 25 Mitglieder. Für ein kleines Städtchen wie Plau eine solide Besetzung. Heute, 15 Jahre und einige Fanfarengenerationen weiter, ist das Ensemble noch 18 Mann stark. Wobei Mann vor allem für junge und ganz junge Leute steht. „Was in unserem Sinne ist“, sagt Carola Rohde. Es sei wichtig, Kinder und Jugendliche zu fördern, auch solche, die sich andere, kostspielige Hobbies nicht leisten können. „Als Fanfarenzug sind wir in der glücklichen Lage, dass wir unseren Mitgliedern auf jeden Fall die Instrumente – Fanfaren Tomtons oder Marschtrommeln – und ab und an auch Kleidung stellen können.“ Zuletzt waren es neue einheitliche Übergangsjacken, die auf dem Rücken das Vereins-Logo tragen. Eine Spende des CDU-Ortsverbandes aus dem Topf des weihnachtlichen Stammtisches machte es möglich.

Doch sind es weniger die materiellen Dinge, die die beiden Chefinnen bei der Mitgliederwerbung in die Offensive gehen lassen. „Wir sind mächtig stolz auf unsere Truppe“, sagt Carola Rohde. „Das letzte Jahr lief super, da haben wir gezeigt, dass mehr geht.“ Diana Daugelat formuliert es noch klarer: „Ich denke, wir haben uns immer unter Wert verkauft, haben gedacht, die anderen Fanfarenzüge und Schalmeiengruppen sind größer, talentierter, peppiger. Aber wir haben eben auch was drauf.“ 27 Auftritte im vergangenen Jahr sind der Beweis dafür. Auftritte bei Geburtstagsfeiern, bei Dorf- und Stadtfesten und Mottoveranstaltungen in der Region. Doch es gibt eben auch keine „Plauer Badewanne“ ohne die Lokalmatadoren, beim Malchower Volksfest sind die Plauer seit Jahren „gesetzt“, auch beim Lohmener Schafschurfest eröffnen sie die Saison. 2017 traten die Plauer an Orten auf, wo sie noch nie zuvor waren. Nach Suckow ging es, nach Teterow und auch nach Gransee bei Berlin. Manche dieser Auftritte schanzte ihnen der Fanfarenzug Neustrelitz zu. „Und der ist wirklich viel größer als wir und erfolgreicher“, sagt Diana Daugelat. „Die Neustrelitzer sind Europameister, haben diverse andere Titel und standen im vergangenen Jahr sogar im WM-Finale in den USA. Aber uns haben sie wohl zwei-, dreimal gefragt, ob wir für sie einspringen, als sie nicht konnten“, erzählt Diana Daugelat. Noch gut kann sie sich an die Aufregung erinnern. „Wir hatten echt Angst, uns zu blamieren. Immerhin waren die Veranstalter Neustrelitz gewohnt, und dann kamen wir. Aber es lief super.“

 

Das erfolgreiche letzte Jahr ist Ansporn, auch für das große Ziel, das die Plauer Fanfaren jetzt angehen: „Im September 2014 haben wir die Landesmeisterschaften der Spielmanns- und Fanfarenzüge in Plau ausgerichtet. Bald vier Jahre ist das her und wir würden gern mal wieder an einem großen Musikfest teilnehmen“, gesteht Carola Rohde. Und das ist eine echte Herausforderung, denn für die Show- und Marschprogramme braucht es mehr Leute als die derzeit 18. „Wer Lust auf Musik, eine große Familie und Auftritte hat, kann gern zu uns zum Training kommen. Immer montags 16 Uhr im KiJuZ geht’s los.“

– Quelle: https://www.svz.de/19553446 ©2018