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Festzeit stimmungsvoll beendet – Quelle: https://www.svz.de/18745771 ©2018

Plau am See, den 08.01.2018

Zu sagen, es knistert, als Volker Reimer, Gerätewart der Plauer Feuerwehr, um kurz nach 18 Uhr den ersten ausgedienten Weihnachtsbaum ins Feuer stellt, wäre stark untertrieben. Prasseln ist der bessere Ausdruck dafür. Danach scheint dieses Schauspiel kein Ende zu nehmen, denn mehrere Kameraden sorgen in der Folge dafür, dass der Burghof durch ständiges Auflegen neuer Bäume in sagenhaftes Licht getaucht wird und zudem an diesem kalten Abend angenehme Wärme entsteht. Besonders Kinder sind bei dem, was sie erleben, aus dem Häuschen, aber auch älteren Generationen sind Staunen und Begeisterung im Gesicht abzulesen.

Die Idee zum Tannenbaumverbrennen entstand vor drei Jahren bei einer internen Feier der Feuerwehr. Anfang 2017 fand es zum ersten Mal ebenfalls im Burghof öffentlich statt. „Mit bombastischem Erfolg, wie wir ihn selbst nicht erwartet hatten“, sagt Wehrführer Ronny Ax. Es kamen über 300 Besucher und der Erfolg setzte sich vorgestern fort. Seit dem ersten Tag arbeiten die Feuerwehr und ihr Förderverein bei der Organisation der Veranstaltung eng zusammen. „Wir wollen beide der Bevölkerung nahebringen“, so der Vereinsvorsitzende Jens Fengler. „Das Verhältnis zu den weitaus meisten Einwohnern würde ich allerdings schon jetzt als sehr gut einstufen, was unter anderem auch für die Verwaltung, die Stadtvertreter und den Gewerbeverein gilt.“ Die gute Zusammenarbeit könne man unter anderem an folgendem Beispiel festmachen: 2016 kaufte die Stadt ein Einsatzboot für die Feuerwehr, deren Förderverein dann den passenden Trailer anschaffte. Wünschenswert sei, dass jeder Hauseigentümer – und damit potentieller „Kunde“ der Feuerwehr – zum Verein gehört. Die Einwohner bildeten eine Kommune, die gesetzlich dazu verpflichtet sei, für ausreichenden Brandschutz zu sorgen.

„Die Jugendwehr läuft gut, es mangelt noch nicht an Nachwuchs, aber wegen geburtenschwacher Jahrgänge suchen wir händeringend nach Einsatzkräften die sich aktiv einbringen“, sagt der Wehrführer. Wer die Schule beende, bleibe oft nicht in unserer Region, sondern gehe dorthin, wo er gute Arbeit finde, was man niemandem verdenken könne.

„Abwarten müssen wir jetzt, was die angekündigte Brandschutzbedarfsplanung bringt“, so Ax. Wie kürzlich berichtet, wurden alle Kommunen gesetzlich dazu verpflichtet, unter anderem die Größe der in ihnen bestehenden Gefahrenpotentiale zu ermitteln und sie zu beurteilen. Dabei spielen zum Beispiel der Ausbildungsstand einer Feuerwehr, ihre Ausstattung und die Menge zur Verfügung stehenden Löschwassers eine Rolle. Die Forderung etwa, spätestens zehn Minuten nach Alarmierung am Einsatzort sein zu müssen, baue Druck auf.

Hinzu komme das Problem der feuerwehrtechnischen Zentralen, das auch in Plau diskutiert wird. Überaus schlecht wäre, wenn Dargelütz als Anlaufpunkt verloren ginge, weil die Kameraden dann nach einem Einsatz einen Tag lang unterwegs wären, um die gebrauchte Ausrüstung abzugeben und neue in Empfang zu nehmen: „Deshalb könnte die Zentrale auch zu uns kommen. Sie ist für die Feuerwehr da und nicht umgekehrt.“

– Quelle: https://www.svz.de/18745771 ©2018

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Festzeit stimmungsvoll beendet – Quelle: https://www.svz.de/18745771 ©2018